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Neurodermitis – wenn die Haut verrücktspielt

Trockene, rissige Haut und quälender Juckreiz – das sind die typischen Symptome der Neurodermitis, die auch als atopisches oder endogenes Ekzem bezeichnet wird. Die Beschwerden treten meist in Schüben auf und sind die Folge akuter Entzündungsreaktionen der Haut. Schätzungen zufolge leiden fünf Prozent der Deutschen unter Neurodermitis, Tendenz steigend. Meistens beginnt die Erkrankung schon im Kleinkindalter, sie wird sowohl durch genetische Faktoren als auch durch Umwelteinflüsse ausgelöst.

Eine Heilung ist nach heutigem Stand der Medizin zwar nicht möglich, wohl aber können moderne Therapieformen die Symptome erheblich lindern und die Häufigkeit der Krankheitsschübe reduzieren.

Dieser Artikel informiert Sie umfassend über mögliche Auslöser der Hautreaktionen und wie man ihnen effektiv begegnet. Sollten Fragen offen bleiben: Unser Apotheken-Team berät Sie gern.

Ursachen der Neurodermitis

Eine Vielzahl von inneren und äußeren Faktoren kann die typischen Haureaktionen auslösen oder verstärken. Sie zu kennen ist Voraussetzung, um Krankheitsschübe zu lindern oder ihnen vorzubeugen.

Innere Faktoren

  • Bei der Neurodermitis handelt es sich – ähnlich wie bei einer Allergie – um eine überschießende Abwehrreaktion des Körpers. Entsprechend weisen die Betroffenen – im Vergleich zu Gesunden – Veränderungen im Immunsystem auf.
  • Neurodermitis tritt familiär gehäuft auf. Das heißt, Kinder von betroffenen Eltern haben ein dreifach erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken.
  • Die Haut ist durch einen verminderten Harnstoffgehalt und eine herabgesetzte Talgproduktion gekennzeichnet, was zu der meist trockenen, schuppigen Haut führt.
  • Durch eine geschädigte Darmflora ist die Darmfunktion häufig beeinträchtigt.
  • Oft lassen sich psychische Auffälligkeiten feststellen, wobei schwer zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden ist.

Äußere Faktoren

  • Allergien auf Lebensmittelinhaltsstoffe.
  • Infektionen mit Pilzen, Viren oder Bakterien.
  • Unspezifische Reize wie Temperaturwechsel, Wolle oder raue Stoffe, Seifen, Haushaltschemikalien und Waschmittel.
  • Stress, etwa in Beruf oder Familie.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine wirkungsvolle Therapie sollte die akuten Beschwerden des Patienten (Juckreiz und Entzündungen) lindern. Darüber hinaus sollte sie aber auch an den Ursachen ansetzen und damit weiteren Krankheitsschüben vorbeugen.

Antientzündliche Maßnahmen

Glukokortikosteroide („Kortisonpräparate“) sind die wichtigste entzündungshemmende Wirkstoffgruppe, die bei Neurodermitis eingesetzt wird. Zudem wirken sie auch stark Juckreiz stillend. Sie werden als Creme oder Salbe, bei schweren Schüben eventuell auch als Tablette verabreicht. Sie werden nicht dauerhaft angewandt, sondern werden bei der Behandlung von akuten Schüben oder bei der sogenannten Intervalltherapie vorbeugend in regelmäßigen Abständen aufgetragen. Bei den heute üblichen Wirkstoffen kommt es bei richtiger Anwendung kaum noch zu Nebenwirkungen wie dünner werdende haut oder Hautveränderungen.

Seit einigen Jahren sind als Alternativen Salben mit den Wirkstoffen Pimecrolimus und Tacrolimus verfügbar. Ihr Vorteil ist, dass sie nach derzeitigem Wissensstand die Haut auch bei dauerhafter Anwendung nicht ausdünnen. Allerdings haben auch sie Nebenwirkungen und die Erfahrungen in der Anwendung sind noch nicht sehr umfangreich. Sie werden daher vorwiegend dann eingesetzt, wenn Glukokotikosteroide nicht verwendet werden können oder nicht ausreichend wirken. Sie sind wie die meisten Kortisonpröparate rezeptpflichtig und eignen sich für Patienten ab zwei Jahren. Während ihrer Anwendung muss UV-Licht gemieden werden. Bei längerem Aufenthalt im Freien sollte ein hoher UV-Schutz auf die Haut aufgetragen werden.

Leukichthol ist ein Produkt, das aus Schieferöl hergestellt wird und eine antientzündliche Wirkung hat. Cremes mit diesem Inhaltsstoff werden vor allem zur Nachbehandlung von abklingenden Ekzemen oder bei geringer Ausprägung der Erkrankung verwendet. Nachteil ist der starke Geruch. Eine weitere antientzündliche Maßnahme stellt die Bestrahlung mit UV-Licht bestimmter Wellenlängen (UVA und UVB) nach ärztlicher Vorgabe für Patienten ab 16 Jahren dar. Die Behandlung sollte nicht gleichzeitig mit der Anwendung von Medikamenten erfolgen, die das Immunsystem unterdrücken.

Behandlung des Juckreizes

Der quälende Juckreiz ist es oft, der Neurodermitis-Patienten das Leben besonders schwer macht. Hinzu kommt, dass er einen Teufelskreis in Gang setzen kann: Wer kratzt, schädigt seiner Haut weiter und sie juckt dann noch mehr. Der Behandlung des Juckreizes kommt daher eine große Bedeutung zu.

Hilfreich können feuchte Umschläge sein, eventuell mit Substanzen, die gerbende Wirkung (z.B. Schwarztee, Eichenrinde, Hamamelis) haben.

Cremes und Salben mit dem Wirkstoff Polidocanol wirken lokal betäubend und lindern so den Juckreiz. Eine Kombination mit Harnstoff spendet Feuchtigkeit und wirkt dem Austrocknen der Haut entgegen.

Auch oral verabreichte Antihistaminika können helfen. Sie lindern den Juckreiz indem die verhindern, dass der von Abwehrzellen freigesetzte Botenstoff Histamin seine Wirkungen entfaltet. Sie werden in Ausnahmefällen vom Arzt verordnet.

Basispflege

Patienten mit Neurodermitis sollten ihre Haut täglich mit rückfettenden und feuchtigkeitspendenden Pflegeprodukten schützen. Die symptomfreien Phasen können dadurch verlängert und so der Bedarf an wirkstoffhaltigen Cremes und Salben reduziert werden. Harnstoff als Zusatz, der die Feuchtigkeit in der Haut zurückhält, hat sich sehr bewährt. Ebenso hochkonzentrierte, wertvolle Omega-6 Fettsäuren aus Nachtkerzensamen- oder Traubenkernöl, da sie den hauteigenen Barriereschütz stärken und so die Haut widerstandfähig und geschmeidig machen.

Allgemein sollten Pflegecremes frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein. Zur Häufigkeit der Anwendung von Pflegepräparaten gilt die Grundregel: Zweimal pro Tag, plus nach jeder großen Wasseranwendung.

Ob eher eine Salbe oder eine Creme zum Einsatz kommt, hängt vom Hautzustand, den betroffenen Körperstellen, dem Patientenalter und der Jahreszeit ab. Je besser der Hautzustand, desto fetthaltiger kann das Pflegemittel sein. Ist die Haut dagegen entzündet und juckt, sind wässrige Cremes zu bevorzugen, da sie durch die Verdunstungskälte die Symptome lindern.

Heißes Wasser und Seife lassen die Haut austrocknen. Zur Hautreinigung sind seifenfreie, pH-neutrale Produkte am besten geeignet. Duschen oder Baden ein- bis zweimal pro Woche ist vollkommen ausreichend. Die Dusche sollte kurz sein und kühl beginnen. Durch den Kältereiz wird der Körper angeregt, Kortison zu produzieren. Dieses wirkt entzündungshemmend und damit Juckreiz stillend. Danach können Sie warm bei 30°C duschen, Wechselduschen wirken durchblutungsfördernd.

Beim Baden sind leicht erniedrigte Wassertemperaturen (etwa 34°C) und kurze Badezeiten zu empfehlen. Als Badezusatz eigenen sich so genannte „spreitende“ Ölbäder. Sie hinterlassen einen feinen Film auf der Haut.

Ergänzende Therapien

Gesunde Ernährung

  • Achten Sie auf eine ausgewogene, vollwertige Ernährung. Die wichtigsten Grundregeln: Zucker meiden, Fleisch und tierische Fette in Maßen genießen. Stattdessen viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und mindestens einmal die Woche frischen Seefisch verzehren.
  • Lassen Sie Nahrungsmittelallergien abklären. Vorsicht ist bei Lebensmittelzusätzen geboten, die so genannte Schein-Allergien auslösen können.
  • Vitamine und Mineralstoffe sollten idealerweise in Abhängigkeit vom Ergebnis einer Blutanalytik zugeführt werden. Häufig fehlen dem Neurodermitiker Kalzium, Selen, Zink sowie die Vitamine A, C und Folsäure.

Psychotherapie

  • Neurodermitis ist keine psychische Erkrankung. Aber: Die Erkrankung ist psychisch sehr belastend, außerdem können psychische Belastungen Krankheitsschübe auslösen. Ziel aller Therapien ist es, den Betroffenen zum positiven Umgang mit der Neurodermitis anzuleiten. Das gibt ihm das Gefühl, der Krankheit weniger ausgeliefert zu sein. Bewährt haben sich unter anderem:
    • Entspannungstechniken (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation). Diese helfen beim Unterdrücken des Juckzwangs durch „Beruhigung“ des Nervensystems. Außerdem wird erlernt, innere Spannungen zu lösen, auch das lindert den Juckzwang.
    • Kratzkontrolltechniken. Hier wird unter anderem geübt, auf Juckreiz nicht mit Kratzen, sondern mit anderweitigen Berührungen, etwa Druck mit der flachen Hand, oder noch besser, mit Ablenkung zu reagieren.
    • Selbstsicherheitstraining oder Verhaltenstherapie. Beides kann helfen, Probleme bei der Beziehungsgestaltung mit anderen sowie Schwierigkeiten mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu lösen.

Klimakuren

Kuraufenthalte im „Reizklima“ an der Meeresküste oder im Hochgebirge bringen oft Linderung. Aufenthalte von vier bis sechs Wochen sind empfehlenswert. Im Idealfall werden sie, sofern nötig, mit einer Ernährungsumstellung kombiniert.

Mikrobiologische Therapie

Die Mikrobiologische Therapie als immunregulierendes und entzündungshemmendes Verfahren kann durch den Einsatz verschiedener Bakterienstämme die Darmflora stabilisieren und so das Immunsystem stärken.

Weitere Tipps

  • Falls eine Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel wie Hühner- oder Kuhmilcheiweiß bekannt ist, müssen diese unbedingt vermieden werden. Wichtig ist, auch solche Lebensmittel zu meiden, in denen diese Eiweiße in versteckter Form vorkommen.
  • Bei Säuglingen im ersten Lebensjahr sollte auf Nahrungsmittel mit hohem Allergenpotential (Kuhmilch, Hühnereiweiß, Nüsse, Zitrusfrüchte) verzichtet werden. Auch später sollten sie nur in Maßen verzehrt werden.
  • Gefährdete (Neurodermitis bei den Eltern), beziehungsweise erkrankte Kinder sollten mindestens sechs Monate gestillt werden.
  • Stoffe mit unregelmäßiger, rauer oder wolliger Oberfläche irritieren die Haut. Glatte Gewebe sind angenehmer zu tragen.
  • Textilien, die zum Wärmestau führen, sollten gemieden werden. Geeigneter ist Temperatur regulierende Unterwäsche.
  • Latexfasern in Unterwäsche und Badebekleidung können Allergien hervorrufen. Meiden Sie auch Lederartikel, die mit Chromsalzen gegerbt sind.
  • Neue Kleidung vor dem ersten Tragen immer waschen. Auf Weichspüler grundsätzlich lieber verzichten.
  • Empfehlenswert sind milbendichte Bettbezüge.
  • Wäsche am besten „kochen“, um Salbenreste gründlich zu entfernen.
  • Versuchen Sie auf Juckreiz nicht mit Kratzen, sondern zum Beispiel mit klopfen oder Drücken mit der flachen Hand zu reagieren.

Erkältungen einfach abwehren

Den Winter ohne Schnupfen überstehen – das geht! Bei unserer Telefonaktion erfuhren die Anrufer von der Expertin, mit welchen Maßnahmen sie ihre Abwehrkräfte langfristig stärken können.

In den letzten Jahren leide ich viel öfter unter Infekten als früher. Was kann ich tun, um meine Abwehrkräfte zu verbessern?

Ganz allgemein sollten Sie sich möglichst jeden Tag an der frischen Luft bewegen, jede Nacht ausreichend lange schlafen und genug trinken – mindestens 1,5 Liter täglich. Stress schwächt die Abwehrkräfte, sorgen Sie gegebenenfalls immer wieder ganz bewusst für Entspannung. Außerdem wichtig: Genießen Sie alkoholische Getränke nur in Maßen. Alkohol hemmt die Aktivität der weißen Blutkörperchen und mindert so die Schlagkraft des Immunsystems.

Trotz Grippeimpfung habe ich mich schwer erkältet, mit Fieber und Gliederschmerzen. Wie ist das möglich?

Die Grippeimpfung kann zwar vor einer Infektion mit gefährlichen Influenzaviren schützen. Es gibt aber noch viele weitere Virenarten, die Erkältungssymptome und grippeähnliche Beschwerden verursachen – hier wirkt die Grippeimpfung nicht. Um Erkältungen vorzubeugen, haben Sie nur die Möglichkeit, ihre Abwehrkräfte mit geeigneten  Maßnahmen wie gesunder Ernährung und gezielter Abhärtung zu unterstützen. Zusätzlich kann die Einnahme immunstärkender Mittel (wie z.B. Unizink 50, aminoplus immun, fragen Sie auch Ihren Apotheker) sinnvoll sein.

Sind Saunabesuche wirklich geeignet, um Erkältungen vorzubeugen?

Ja, das Schwitzbad in der Sauna stärkt tatsächlich die Abwehrkräfte. Das gilt allerdings nur, wenn Sie folgende Grundregel beachten: Sie müssen regelmäßig in die Sauna gehen, möglichst einmal pro Woche. Machen Sie dabei jeweils zwei bis drei Gänge, jeder Gang sollte maximal 15 Minuten dauern. Besuchen Sie die Sauna nur, wenn Sie ganz gesund sind. Bei Erkältungen oder Unwohlsein darf der Kreislauf nicht durch Hitze belastet werden.

Bin ich mit meinen 68 Jahren besonders gefährdet, an Schnupfen und Grippe zu erkranken?

Das Risiko für grippale Infekte nimmt im Alter zu. Das liegt daran, dass die Zellen sich weniger schnell teilen – damit sinkt auch die Anzahl der Immunzellen. Best Ager sollten daher rechtzeitig aktiv werden und ihre Abwehrkräfte gezielt unterstützen, zum Beispiel moderates Ausdauertraining. Halten Sie außerdem die Schleimhäute immer feucht – eine Nasendusche eignet sich gut – und waschen Sie sich regelmäßig die Hände.


Die “gefühlte” Temperatur

Wetterberichte nennen neben der real zu erwartenden Temperatur häufig auch die „gefühlte“, die um einige Grade unterschiedlich sein kann. Wie wird diese Angabe eigentlich bestimmt? Die gefühlte Temperatur soll veranschaulichen, wie der Mensch seine Umgebungstemperatur wahrnimmt. Dafür werden Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Wind und Wärmereflexion herangezogen und auf das Temperaturempfinden eines Durchschnittsmenschen hinsichtlich seiner Behaglichkeit projiziert. Der Deutsche Wetterdienst benutzt dafür das „Klima-Michel-Modell“. Dieser Durchschnitts-Michel ist männlich, 1,75 Meter groß, wiegt 75 Kilogramm und ist etwa 35 Jahr alt. Im Computermodell wird seine durchschnittliche Aktivität ebenso berücksichtigt wie die Wärmeisolation seiner üblichen Kleidung. So kommt man zur Voraussage, dass sich zehn Grad Celsius im Herbst bei Wind und Nieselregen auch mal wie null Grad anfühlen können.


Halten Frauen oder Männer Schmerzen besser aus?

Harte Kerle stecken Schmerzen locker weg, so stilisiert sich das „starke Geschlecht“ gerne selbst. Alles Quatsch, sagen viele Frauen. Männer seien in Wahrheit viel wehleidiger und würden z.B. den Schmerz einer Geburt gar nicht aushalten können. Wer hat nun Recht? Es gibt eine Reihe von Studien zu Schmerzempfindlichkeit, die deutlich belegen: Frauen nehmen Schmerzen im Durchschnitt intensiver wahr. Der Unterschied ist im Hormonsystem begründet. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron senkt das Schmerzempfinden, während das weibliche Östrogen es steigert. Männer können den Schmerz also letztlich doch besser ertragen, weil sie ihn weniger stark spüren. Bei einer Geburt helfen Endorphine, körpereigene schmerzlindernde Opioide, den Mütter.


Wir haben Notdienst!

Am Donnerstag, den 10.10.2019 von 08:30 Uhr bis Freitag, den 11.10.2019, 18:30 Uhr sind wir durchgängig für Euch da.
Ihr könnt den Beitrag gerne teilen, damit möglichst viele im Notfall wissen, wo sie Hilfe erhalten.


Zöliakie – die dauerhafte Unverträglichkeit gegen das Gluten der Brotgetreide

Zöliakie (gluteninduzierte Enteropathie oder einheimische Sprue) ist eine Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Sie wird durch die Unverträglichkeit gegen das Lebereiweiß „Gluten“ der typischen heimischen Brotgetreide hervorgerufen. Zöliakie betrifft etwa jeden 100sten bis 400sten Menschen in Europa, Amerika und Australien. 70% der Betroffenen sind Frauen.
Bei einer entsprechenden genetischen Veranlagung bewirkt die Aufnahme von Gluten eine Immunreaktion an den Zellen des Dünndarms. Als Folge kommt es zu einer Entzündung und Schädigung der Darmzotten mit Mangelernährung aufgrund unzureichender Aufnahme von Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten sowie Vitaminen und Mineralstoffen.
Zöliakie kann ausschließlich ernährungstherapeutisch behandelt werden.
Mit diesem Artikel erhalten Sie erste Informationen darüber, wie es Ihnen gelingen kann, mit Zöliakie beschwerdefrei zu leben. Sie kann eine ärztliche Untersuchung und die ernährungstherapeutische Beratung nicht ersetzen.

Wie kommt es eigentlich zu Zöliakie?
Zöliakie entsteht durch ein Zusammenspiel aus „genetischer Veranlagung“ und „Glutenzufuhr“.  Gluten wird fälschlicherweise für einen schädlichen Eindringling, ein Antigen, gehalten. Als Reaktion bildet der Organismus vermehrt Antikörper, um das vermeintliche Antigen zu beseitigen. Dies führt zu Entzündungen und Schädigung der Dünndarmzellen.
Zöliakie tritt auch gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen auf. Unter anderem mit Diabetes mellitus Typ I (insulinpflichtiger Diabetes mellitus), Dermatitis Herpetiformis Duhring (Hauterkrankungen mit herpesartigen Bläschen)und Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse).

Symptome der Zöliakie

Die Symptome der Zöliakie betreffen häufig den Darmtrakt. Zu beobachten sind:

  • aufgeblähter Bauch
  • Bauchschmerzen
  • Durchfälle mit übel riechenden, gelblichen Stühlen
  • Übelkeit
  • Intoleranten gegenüber anderen Nahrungsbestandteilen wie Laktose
  • Allergien
  • „Reizdarmsyndrom“
  • selten sind Darmgeschwüre oder Darmlymphome

Als Folge der Schädigung der Dünndarmzellen ist nicht selten auch eine Minderversorgung des Organismus mit Nährstoffen feststellbar, mit

  • Eisenmangelanämie (Blutarmut), die sich durch Eisen gaben nicht verbessern lässt,
  • Osteoporose (Knochenbrüchigkeit),
  • Mineralstoffmangel und infolge häufig auch Knochenschmerzen,
  • Vitaminmangel,
  • Kraftverlust,
  • Gewichtsverlust und bei Kindern Wachstumsstörungen.

Es können jedoch auch Symptome ohne direkten Zusammenhang zum Darmbereich auftreten, wie Entzündung der Mundschleimhaut mit schmerzhaften Aphten (Stomatitis aphtosa), Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö).

Tests auf Zöliakie

Bei Verdacht auf Zöliakie können zunächst Blutuntersuchungen auf bestimmte Antikörper durchgeführt werden:

  • Antikörper gegen Gewebstransglutaminase (tTG-IgG und tTG-IgA)
  • Endomysium Antikörper (Em-IgG und Em-IgA)
  • Gliadin-Antikörper (Gliadin-IgG und Gliadin-IgA) bei Kindern unter drei Jahren

Ist der Antikörpernachweis positiv, muss die Diagnose such eine Biopsie gesichert werden. Dabei wird auch dem Dünndarm eine Gewebeprobe entnommen und auf eventuelle Veränderungen der Dünndarmzotten untersucht.

Behandlung der Zöliakie

Die einzige derzeit mögliche Behandlung der Zöliakie ist der konsequente Verzicht auf Gluten. Folgende Getreidesorten müssen dazu vermieden werden:

  • Gerste
  • Hafer
  • Roggen
  • Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen)
  • Weizen und sämtliche Weizenarten (wie Dinkel, Einkorn, Emmer, Grünkern, Hartweizen, Khorasan-Weizen/KAMUT®, Urkorn)

Auch sämtliche Produkte aus diesen Getreidesorten (Mehle, Stärkemehle, Flocken, Graupen, Grieß, Grütze, Keime, Paniermehl, Schrot sowie Bulgur und Couscous), Backwaren, Nudeln verarbeitete Lebensmittel, die diese Getreide enthalten müssen Sie vom Speiseplan ebenso streichen wie Bier, Malzgetränke und Malzkaffe.

Als Alternative zu glutenhaltigen Getreidesorten eignen sich grundsätzlich die glutenfreien Getreidearten:

  • Hirse
  • Mais
  • Reis
  • Teff (Zwerghirse, äthiopisches Kulturgebiet)
  • Wildreis

Zusätzlich können die von Natur aus glutenfreien „Pseudogetreide“ eingesetzt werden:

  • Amaranth (hirseartiges Fuchsschwanzgewächs)
  • Buchweizen (Knöterichgewächs)
  • Quinoa (Inkareis, Fuchsschwanzgewächs)

Häufig werden jedoch die natürliche glutenfreien Getreidesorten und Pseudogetreide in Betrieben neben glutenhaltigen Getreiden verarbeiten oder gebacken. Sie sind dann nicht mehr sicher glutenfrei und müssen den Hinweis tragen „kann Spuren von Gluten enthalten“.

Im Handel gibt es mittlerweile ein reichhaltiges Angebot glutenfreier Mehle, Backmischungen und Backwaren. Sie erkennen diese Produkte an der gestrichenen Getreideähre oder der Kennzeichnung „glutenfrei“. Als „glutenfrei“ dürfen Lebensmittel deklariert werden, die

  • Weniger als 20mg Gluten je kg (20ppm) enthalten
  • Reinen, nicht kontaminierten Hafer mit bis zu 20mg Gluten je kg enthalten.

Weitere, garantiert glutenfreie Stärkelieferanten sind zudem Kartoffeln, Kartoffelmehl (Kartoffelstärke) und mit glutenfreien Zutaten zubereitete Kartoffelprodukte wie auch Esskastanien, Pastinaken, Topinambur und Süßkartoffeln.

Vorrübergehende andere Unverträglichkeiten

Viele Betroffene haben zusätzlich Unverträglichkeiten gegen Milchzucker (Laktoseintoleranz), Fruchtzucker (Fruktosemalabsorption) oder Histamin (Histaminintoleranz). Je nachdem welche der Unverträglichkeiten parallel zur Glutenunverträglichkeit auftreten, ist es nötig, zusätzlich zum Glutenverzicht auch Milchzucker, Fruchtzucker beziehungsweise Histamin zu vermeiden. Solche sekundären Intoleranzen verschwinden wieder, sobald sich die Darmzotten durch konsequente Behandlung der Zöliakie regeneriert haben. Die Zöliakie selbst muss jedoch durch lebenslangen Glutenverzicht dauerhaft weiterbehandelt werden.

Gluten sicher vermeiden

Voraussetzung einer erfolgreichen Behandlung der Zöliakie ist die sichere Vermeidung selbst kleinster Glutenmengen. Die macht es notwendig, dass Sie die Zutatenlisten von Lebensmitteln und Medikamenten gründlich lesen und im Haushalt glutenhaltige und glutenfreie Lebensmittel sorgsam trennen.

  1. Lassen Sie sich keinesfalls einreden, Sie seien zu „pingelig“ oder übertreiben vorsichtig. Tatsächlich sind schon „Krümel“ glutenhaltiger Backwaren oder Teigwaren bei Zöliakie schädlich.
  2. Achten Sie beim Einkauf auf das Symbol der durchgestrichenen Getreideähre oder den Hinweis „glutenfrei“ – auch bei natürlich glutenfreien Getreidesorten und Pseudogetreiden.
  3. Gluten und glutenhaltige Getreide müssen deklariert werden. Vermeiden Sie Lebensmittel und Medikamente, in deren Zutatenliste diese aufgeführt sind oder mit der Angabe „kann Spuren von Gluten enthalten“.
  4. Verwenden Sie getrennte Schneidebretter, Messer und Brotkörbe für glutenfreie und glutenhaltige Backwaren.
  5. Schaffen Sie einen zweiten Toaster an, in dem nur glutenfreies Brot getoastet wird oder besorgen Sie spezielle Toast-Tüten (Toast bags). So können Sie glutenfreies Brot auch im gemeinsamen Toaster oder unterwegs im Hotel sicher vor glutenhaltigen Krümeln toasten.
  6. Falls Sie für eine Mahlzeit glutenfreie und glutenhaltige Nudeln kochen, unbedingt zuerst die glutenfreien Nudeln ins Nudelsieb abgießen oder getrennte Siebe verwenden.
  7. Falls Sie im Backofen gleichzeitig glutenfreie und glutenhaltige Speisen zubereiten, gehört das glutenfreie Gericht unbedingt nach oben. So vermeiden Sie, dass glutenhaltige Krümel auf das glutenfreie Essen gelangen.
  8. Bei einem Kuchenbuffet mit glutenfreien und glutenhaltigem Kuchen unbedingt zuerst den glutenfreien Kuchen anschneiden oder getrennte Messer verwenden. Sorgen Sie zusätzlich dafür, dass jeder Kuchen einen eigenen Tortenheber hat.
  9. Gestalten Sie Ihren Speiseplan auch mit Zöliakie ausgewogen und abwechslungsreich. Essen Sie glutenfreie, stärkereiche Lebensmittel zu jeder Hauptmahlzeit, dazu täglich zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse oder Rohkost, drei bis vier Portionen Milchprodukte oder Käse, zwei bis vier Esslöffel hochwertiges Pflanzenöl. Zusätzlich wöchentlich insgesamt zwei- bis dreimal etwa 150 g Geflügel oder Fleisch und zweimal Fisch sowie maximal drei Eier.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von
Doris Fritzsche, Dipl. Oecotrophologin
www.contura-gesundheit.de

Bücher und Adressen, die weiterhelfen:
Trudel Marquardt, Britta-Marei Lanzenberger: Gesund essen – glutenfrei genießen, Gräfe und Unzer Verlag, München

Ellen Stemmer, Christiane Schäfer:
Gesund essen – glutenfrei backen, Gräfe und Unzer Verlag, München

Doris Fritzsche: Laktoseintoleranz, Gräfe und Unzer Verlag, München

Doris Fritzsche: Nahrungsmittelintoleranzen, Gräfe und Unzer Verlag, München

Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V.
www.dzg-online.de


Was fliegt gerade?
Die Pollenflug-Meldung

Im Oktober besteht ein mögliches Vorkommen von Ambrosia, Beifuß, Birke, Brennnessel, Gänsefuß, Gräsern, Heide, Schimmelpilzen und Spitzwegerich.
Im Oktober besteht ein starkes Vorkommen von Hausstaubmilben.


Deutschland ist ein Jodmangel-Gebiet

Schuld an der schlechten Jodversorgung in Deutschland sind die jodarmen Ackerböden. Nur sehr wenige Gemüse beziehungsweise Pilze weisen einen nennenswerten Jodgehalt auf.
Zudem essen die Deutschen zu wenig Meeresfisch, der bis zu 245 Mikrogramm/100g enthält.
Ein Jodmangel allein durch eine gesunde Ernährung auszugleichen, ist schwierig. Täglich Milch und Milchprodukte sowie ein- bis zweimal wöchentlich Seefisch verbessern die Jodbilanz.

BESONDERS JODHALTIGE LEBENSMITTEL SIND z.B.:
– Kabeljau: ca. 290 µg/100g
– Miesmuscheln: 160µg/100g
– Mozzarella: 150µg/100g
– Feldsalat: 35µg/100g

Jod-Bedarf in Zahlen
Laut der Papillon-Studie nimmt ein Bundesbürger über die Nahrung täglich nur etwa 70 Mikrogramm Jod auf. Etwa 200 Mikrogramm benötigt ein Erwachsener jedoch, damit seine Schilddrüse normal arbeitet. Nach dem WHO-Bericht „Jodversorgung weltweit“ gelten 22,3 Millionen Menschen in Deutschland als jodunterversorgt.
27 Prozent der sechs- bis zwölfjährigen Schulkinder sind laut WHO hierzulande unzureichend mit Jod versorgt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Kinder von ein bis unter vier Jahren 100 Mikrogramm, für vier- bis Siebenjährige Kinder 120 Mikrogramm und für Sieben- bis Zehnjährige 140 Mikrogramm Jod pro Tag.


Wir haben Notdienst!

Am Samtag, den 21.09.2019 von 08:30 Uhr bis Sonntag, den 22.09.2019, 08:30 Uhr sind wir durchgängig für Euch da.
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